Muskelverletzungen: Ursachen und Behandlung

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Ein kurzer stechender Schmerz, der durch Wade oder Oberschenkel fährt und jeden weiteren Schritt zur Qual macht. Irgendwann erwischt es wohl jeden Läufer mal. Doch was sind eigentlich die Ursachen, was gilt es im Ernstfall zu beachten und wie kann man derartigen Verletzungen eventuell vorbeugen? Da mich in letzter Zeit einige hartnäckige Muskelverletzungen plagten, wollte ich der Sache mal auf den Grund gehen.

Die häufigste Ursachen

  • √úberbelastung/√úberm√ľdung durch zu intensives Training
  • Erm√ľdung aufgrund zu kurzer Regenerationsphase(n)
  • Fl√ľssigkeits- oder Mineralmangel (Elektrolytmangel)
  • Laufen auf unebenem oder rutschigem Untergrund
  • zu schneller Wiedereinstieg nach muskul√§ren Vorsch√§digungen
  • M√ľdigkeit/Ersch√∂pfung/Krankheit oder allgemein schlechter Gesundheitszustand
  • Entz√ľndungsherde im K√∂rper
  • k√ľhle Au√üentemperatur
  • zu kurzes Aufw√§rmprogramm (Kaltstart)

Kann man Muskelverletzungen vorbeugen?

Beim Thema Aufw√§rmen bzw. Stretching scheiden sich die Geister. W√§hrend die einen darauf schw√∂ren und es als unerl√§sslich erachten, halten es die anderen f√ľr vollkommen √ľberfl√ľssig oder gar kontraproduktiv. Wahr ist, dass viele Sportler anderer Sportarten (z. B. Fu√üballer) ihre Muskulatur durch lockeres Laufen aufw√§rmen. Insofern scheint das Laufen als solches eigentlich keine besondere Vorbereitung zu ben√∂tigen.

Vom Stretching raten einige Experten sogar ab. So zitiert Christopher¬†McDougall in Born to Run¬†eine Studie der Universit√§t von Hawaii, die eine positive Korrelation zwischen Stretching und Laufverletzungen belegte. Demzufolge hatten die L√§ufer, die vor dem Lauf Stretching-√úbungen durchf√ľhrten ein um 33 Prozent erh√∂htes Verletzungsrisiko (Vgl. McDougall, Christopher: Born to Run, Pos.¬†3072).

Grunds√§tzlich ist ein aufgew√§rmter Muskel jedoch weniger anf√§llig f√ľr Verletzungen. Ein lockeres Aufw√§rmen erscheint daher zumindest bei k√ľhlen Au√üentemperaturen durchaus sinnvoll. Auch das Tragen von Kompressionskleidung, die die Durchblutung f√∂rdert und den Muskel so optimal unterst√ľtzt, kann Verletzungen vorbeugen. Und bei einer entsprechenden Verletzungsvorgeschichte neigt selbst ein puristischer Sandalenl√§ufer wie ich dazu, sich an jeden Strohhalm zu klammern.

Behandlung von Muskelverletzungen

Sobald die Verletzung auftritt, ist schnelles Handeln gefragt, denn die Qualit√§t der Erstversorgung entscheidend h√§ufig √ľber die Dauer der Zwangspause. Als guter Leitfaden dient hier die leicht zu merkende PECH-Regel.

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

Der betroffene Muskel sollte umgehend geschont und gek√ľhlt werden. Das K√ľhlen beugt der Entstehung eines m√∂glichen Blutergusses vor. Um weiteren Schaden des Muskelgewebes und eventuelle Einblutungen zu vermeiden, sollte bei frischen Muskelverletzungen auch auf Massagen und Dehnung der entsprechenden Partien verzichtet werden. Besser ist es, einen Kompressionsverband anzulegen und das Bein nach M√∂glichkeit hochzulegen. Alternativ kann auch das Tragen von Kompressionsstr√ľmpfen oder sogenannter Compression Tubes den Heilungsprozess unterst√ľtzen.

Compression Tubes, O-Motion
Compression Tubes f√ľr Oberschenkel und Waden k√∂nnen sowohl im Heilungsverlauf bei Muskelverletzungen, als auch vorbeugend zum Einsatz kommen.

Das harte Los eines Freizeitsportlers

Nat√ľrlich l√§sst sich dieser Leitfaden nicht immer eins zu eins umsetzen. Sei es, weil man nach dem Erleiden der Verletzung noch kilometerweit nach Hause humpeln muss oder man generell im Alltag viel auf den Beinen ist. Wegen einer Muskelverletzung holt man sich ja schlie√ülich nicht gleich einen Krankenschein oder besorgt sich Kr√ľcken. Doch gerade in den Behandlungsm√∂glichkeiten zeigt sich oft der Unterschied zwischen Profisportler und Otto Normalverbraucher. Denn w√§hrend Fu√üballprofis bei einem Muskelfaserriss manchmal schon nach 2-3 Wochen wieder auf dem Platz stehen, ist bei uns Freizeitsportlern teilweise selbst nach 4 Wochen Pause nur lockeres Traben m√∂glich.

Ob ein Arztbesuch n√∂tig bzw. hilfreich ist – wie es in nahezu allen Ratgebern hei√üt – muss aber wohl jeder f√ľr sich selbst abw√§gen. Mir pers√∂nlich scheint nur ein Gang zum Spezialisten sinnvoll, da eine konkrete Diagnose von Muskelverletzungen ohne bildgebende Verfahren nicht gerade einfach ist. Fraglich d√ľrfte au√üerdem sein, ob ein Freizeitsportler √ľberhaupt in den Genuss verh√§ltnism√§√üig teurer Diagnose- und Therapieverfahren kommt.

Sollten die Schmerzen jedoch langanhaltend sein und selbst in Ruhephasen noch auftreten, so liegt wom√∂glich eine schwere Verletzung des Muskels (Muskelfaserriss oder gar Muskelb√ľndelriss) vor. In diesem Fall sollte definitiv der Rat eines Mediziners herangezogen werden.

*Ich beziehe mich hier ausschließlich auf Muskelverletzungen, die beim Ausdauerlauf auftreten können. Da andere Sportarten die Muskulatur zum Teil völlig anders beanspruchen, können die vorbeugenden Maßnahmen sowie Verletzungsursachen von den hier beschriebenen stark abweichen.

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